Stop-Motion-Tutorial

Nachdem wir jetzt einige verschiedene Programme kennen gelernt haben, welche uns das Erstellen und Bearbeiten von Videos ermöglichen wird es Zeit die Programme an einem praktischen Beispiel zu testen. Ich hatte schon einmal erwähnt das ich ein großer Fan von der Stop Motion Animation bin. Ich bin der Meinung, dass diese Form des Films ungemein viel Potential hat. Aber gleichzeitig für den einzelnen vergleichsweise einfach zu realisieren ist. Also wie fangen wir an?

Skateboardanimation from Tilman Singer on Vimeo.

 

Die Idee.

Bevor wir uns mit dem ersten Projekt starten, ist es vor allem erst einmal wichtig die Grundidee von Stop Motion zu verstehen. Im Wesentlichen, macht man sich die Eigenschaft des menschlichen Auges zu nutzen Bewegung zu erkennen. Das menschliche Auge nimmt eine flüssige Bewegung ab 24Bildern in der Sekunde war. Werden mehr Bilder in der Sekunde gezeigt, erscheint das gezeigte in Zeitlupe. Weniger Bilder in der Sekunde dagegen wirken in gewisser Weise abgehackt und werden unter Umständen nicht als einheitliche Bewegung wahrgenommen. Der Anspruch eines Stop Motion Films ist es nicht zwingend realistische Bewegungen zu simulieren, indem 24 Bilder in der Sekunde gezeigt werden. Es darf ruhig „gebastelt“ aussehen, gerade dieser Effekt macht den Charme dieses Genre aus. Es empfiehlt sich daher mit 5-10 Bildern in der Sekunde zu beginnen.

Das Drehbuch.

Auch im Bereich des Stop Motion Films ist es wichtig ein ungefähres Drehbuch zu besitzen. Also zu wissen, welche Geschichte man erzählen will, welche Figuren wichtig sind und welche Handlungsabläufe gezeigt werden sollen. Aus diesem Grund sollte man sich zu Beginn eine grobe Geschichte ausdenken. Man kann auch einzelne Szenen skizzieren um sich zu verdeutlichen was man zeigen will. Aber das ist jedem selbst überlassen.

Ausrüstung.

Wenn wir erst einmal wissen welche Geschichte wir erzählen wollen, ist es als nächstes wichtig zu wissen mit welcher Stop Motion Technik wir dies am einfachsten realisieren können. Eine Möglichkeit ist die „Cut-Out-Animation“ bei dieser werden Objekte ausgeschnitten und in die jeweilige Position gelegt. Ein Beispiel hierfür sind die alten „South Park“ Folgen. Eine andere Möglichkeit ist die „Pixilation“ bei welcher reale Schauspieler ebenfalls in Einzelbildern abgefilmt werden. Die weit verbreitete Technik ist der „Brickfilm“ bei welchem Legosteine (oder auch andere 3D Objekte) vor der Kamera zu einem Film zusammengesetzt werden. PC mit Corel Videostudio Pro x5
In jedem Fall empfehlen sich eine Digitalkamera und ein passendes Stativ für die Aufnahmen. Zudem ein PC mit einem installierten Videoschnittprogramm. Welches ihr nutzt bleibt selbstverständlich euch überlassen, da sich die nötigen Bearbeitungen mit jedem aktuellen Programm durchführen lassen. Als wichtigstes Element brauchen wir dann natürlich noch die Objekte, quasi unsere Schauspieler, welche die Geschichte erzählen sollen.

Präparierung.

Bevor es mit dem eigentlichen Dreh losgeht, müssen wir unser „Set“ vorbereiten. Also unsere Kamera auf dem Stativ platzieren. Die Kamera am besten für unsere Aufnahmen einstellen, so dass alle Aufnahmen auf die gleiche Art und Weise geschossen werden. Zudem sollten wir unsere „Schauspieler“ schon testweise ablichten und einzelne Bewegungen testen, um heraus zu finden wie viele Bilder in der Sekunde nötig sein werden um die jeweilige Bewegung authentisch zu zeigen.Stop Motion Set
Es kann losgehen. Wenn wir mit der Vorbereitung fertig sind, können wir auch direkt beginnen die ersten Bilder zu machen. Beginnt mit eurer ersten Szene. Schießt das erste Bild, bewegt euren „Schauspieler“ minimal und schießt das zweite Bild. Fahrt auf diese Art und Weise fort bis ihr eure erste Szene fertig habt. Anschließend bietet es sich an die getätigten Aufnahmen zu kontrollieren. Überprüft die Aufnahmen auf mögliche Wackler, welche durch das betätigen des Auslösers entstanden sein könnten. Weiterhin solltet ihr die Aufnahmen auf mögliche Unschärfe überprüfen, für den Fall das euer Fokus falsch eingestellt ist. Außerdem müsst ihr herausfinden ob eure gezeigten Bewegungen zu erkennen sind, oder ob ihr möglicher weise mehr bzw. weniger Bilder machen müsst. Testet diese Sachen so früh wie möglich. Wenn euch solche Fehler erst am Ende auffallen, ist es sehr ärgerlich und ihr habt vielleicht nicht mehr den Elan noch einmal von vorn zu beginnen. Sollte alles zu eurer Zufriedenheit sein, fahrt auf diese Art und Weise fort. Bedenkt aber immer, dass eure Kamera möglichst ruhig stehen muss, um unnötige Ruckler zu vermeiden. Lasst euch nicht entmutigen, wenn eure Aufnahmen nicht immer sofort gelingen. Die Arbeit lohnt sich

Die Bearbeitung.

Wenn ihr mit euren Aufnahmen fertig seid, könnt ihr eure Bilder auf euren PC ziehen und mit dem zusammenschneiden des Videos beginnen. Abhängig von der Anzahl eurer erstellten Fotos, solltet ihr eure Bilder von vorn herein mit einer Abspielgeschwindigkeit von 0,2 oder weniger Sekunden in das Programm laden. Diese Einstellung findet ihr je nach eurem Programm an unterschiedlicher Stelle. Bei dem Windows Movie Maker, kannst du, wenn alle Bilder markiert sind, die Wiedergabegeschwindigkeit über „Videotools“, „Bearbeiten“, „Dauer“ auf die Gewünschte Geschwindigkeit reduzieren. Bei Corel Videostudio Pro X5, reicht ein einfacher Rechtsklick auf ein ausgewähltes Bild, um dann bei „Wiedergabegeschwindigkeit“ die Dauer festzulegen. Diese Einstellung kann dann für alle folgenden Objekte übernommen werden. Entspricht das Video euren Vorstellungen, habt ihr ja in der Nachbearbeitung die Möglichkeit einzelne Blenden zu nutzen, Musik einzufügen und euer Video anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Post Scriptum

Abhängig davon wie versiert ihr mit verschiedenen anderen Programmen bereits seid, ist dies jetzt ein guter Zeitpunkt, eure Programme zu kombinieren. Gerade bei Stop Motion bietet es sich an, die einzelnen Bilder nachzubearbeiten. Dafür bietet sich unter anderem „GIMP“ an, wesentlich einfacher aber auch über die Stapelverarbeitung von „Photoshop“ und „Bridge“. Bearbeitet eure Musik so, dass diese perfekt auf Stimmung eures Videos passt und nutzt für diesen Zweck beispielsweise „Audacity“. Mit „WAX“ habt ihr zudem noch die Möglichkeit eurem Video einen ganz besonderen Effekt zu verpassen, in dem ihr eine passende Animation einfügt. Im Anschluss optimiert ihr euer Video mit „Free Studio“ noch für euer iPhone und schon könnt ihr euer Video allen Freunden auch unterwegs zeigen.